Aus für Schlecker, 13.200 Mitarbeiter/innen verlieren ihren Job

Geschrieben von | 2. Juni 2012 | Unternehmen

Nach wochenlangen zähen Verhandlungen steht nun fest, dass die Drogeriekette Schlecker Geschichte ist

Vor wenigen Tagen sah es noch so aus, als wenn Bewegung in die Rettung der Schleckerfilialen käme. Nachdem Investoren aus dem Bieterwettbewerb ausgestiegen sind und sich klar gegen eine mögliche Rettung von Schlecker positioniert haben, hat sich der Karstadt Investor Nicolas Berggruen ins Gespräch gebracht, er zog aber in der Nacht zu Freitag sein Angebot wieder zurück. Die 13200 Schleckermitarbeiter hatten bis zuletzt noch auf ein Wunder gehofft, doch nun steht fest, dass der Gläubigerausschuss am Freitag die Zerschlagung des Unternehmens vereinbart hat.

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz teilte mit, dass die wichtigsten Gläubiger keine wirtschaftliche Zukunft für das Gesamtunternehmen sehen. Angebote für eine Übernahme waren darüber hinaus inakzeptabel, weil sie unter denen einer Zerschlagung lagen. Die Schleckermitarbeiter/innen bekommen voraussichtlich Ende Juni ihre Kündigung. Geiwitz will mit dem Betriebsrat einen Sozialplan erarbeitet. Schon Ende März haben 11.000 Mitarbeiter/innen im Zuge des Insolventsverfahrens ihren Arbeitsplatz verloren.

Derweil wird von der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di eine staatliche Unterstützung für die Mitarbeiter/innen gefordert, die ihren Job verlieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lässt zur Zeit noch eine Entscheidung offen: "Da ist im Augenblick vieles möglich." Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) erklärt widerum: "Es nicht Aufgabe des Staates ist, Unternehmen zu retten. Dies wäre wettbewerbsverzerrend und würde an anderer Stelle viele Arbeitsplätze kosten." Ver.di Chef Bsirske gibt daher auch der FDP die Schuld: "Die Verantwortung liegt bei der Politik". Die Kanzlerin hätte sich nicht gegen ihren Koalitionspartner durchsetzen können.

Für die Konzertöchter Ihr Platz und Schlecker XL besteht jedoch eine realistische Hoffnung auf Rettung. Die Gespräche über den Verkauf steht dem Vernehmen nach kurz vor dem Abschluss. Insgesamt behielten damit ca. 1500 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz.

 

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